Nachgedanken zur Israel-Bildungsreise mit der BpB

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Inzwischen sind einige Wochen vergangen, seit dem ich aus Israel zurück bin und ich wollte immer noch etwas schreiben. Jetzt möchte ich den Moment nutzen und ein paar Worte schreiben.
 
Ich fand die Reise nach Israel für mich sehr aufregend, da es das erste Mal war, dass ich Israel besuchte. für mich war es war ein kurzes (12 Tage) aber intensives Reisen und mir sind viele Gedanken duch den Kopf gegangen. Wenn ich zurückblicke und mir überlege an was ich mich zuerst erinnere, dann waren es die Momente der Schweigeminuten zur Erinnerung an den Holocaust und an die ermordeten Soldaten auf der Straße und die Erinnerungsveranstaltung am Yom HaShoah im Amphittheater des Massuah Instituts. Die Art und Weise wie an die Shoa gedacht wird, hat mich doch sehr berührt und ich denke immer wieder daran und ich finde es immer wieder peinlich - auch wenn es vielleicht nicht das richtige Wort hier ist - wie wenig die Erinnerung an die Shoa in unserem Alltag in Deutschland eine Rolle spielt. Ein paar Kränze ab und zu niederlegen ist doch etwas wenig. Die Aufarbeitung des NS und der Shoa ist gesellschaftlich auch immer wieder ein Problem. Dadurch wird mir immer wieder bewusst, dass die historisch-politische Bildungsarbeit sehr wichtig ist. 
 
Ein weiterer Aspekt an den ich mich erinnere ist die Möglichkeit des Dialogs, auch wenn ich einmal im Jahr für israelische und deutsche Jugendliche einen Workshop gebe und auch sonst mit Israelis in Kontakt komme, ist es mir in Israel doch bewusster geworden wie wichtig dieser Dialog ist. Es entstehen und natürlich entstanden soziale Beziehungen. Durch die soziale Beziehungen wird auch die Komplexität der Geschichte und Aktualität deutlicher.
 
Auf der Bildungsreise hatten wir auch die Möglichkeit uns mit der aktuellen Situation zu beschäftigen. Wie ich vorher schon beschrieben habe, finde ich eine Lösungsfindung für den Israel-Palästina Konflikt sehr schwierig. Ein-Staaten oder Zwei-Staaten-Lösung ganz ehrlich gesagt keine Ahnung, auf der einen Seite weiß ich nicht wie diese Komplexität einigermaßen friedlich und im Konsens in zwei Staaten aufgeteilt werden soll, auf der anderen Seite ist eine Ein-Staaten-Lösung auch nicht möglich, vor allem wie soll dieser Staat aussehen, nach den Vorstellung der jüdischen Siedler/innen, ein einziger jüdischer Staat, oder ein Staat in dem Religion keine staatliche Rolle spielen sollte - im Nahen Osten auch unmöglich, oder einen Staat nach den Vorstellungen der Hamas???? Was mir auch in Erinnerung geblieben ist, ist der finanzielle Unterschied zwischen Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten. Ich hatte das Gefühl, von Berlin direkt in einen Barrio Popular am Rand von Mexiko-Stadt zu springen.
 
Jerusalem empfand ich als eine einzige religiöse Theaterbühne, die Kämpfe um die heiligsten Stätten, und wie diese auf der Straße zu sehen sind. Da gibt es meinen Eindrücken nach so viele Parallelgesellschaften, die einen wollen mit den anderen nichts zu tun haben, aber sie haben es, dadurch, dass sie gemeinsam in einer Stadt wohnen und sich irgendwie auch gemeinsam organisieren müssen. Dann schwirren noch die ganzen Touristen und Touristinnen herum, die zusätzlich noch mit ihren religiösen Sehnsüchten bedient werden wollen. Ich fand das total spannend, aber mir war das alles zu religiös aufgeladen, vor allem in der Grabeskirche. Ich empfand das alles so absurd. Meines Erachtens könnte man ein wirklich schönes Feature, das von der Grabeskirche handelt, produzieren. Die Geräusche knallen hier so auf- und übereinander, wie die Menschen der unterschiedlichen christlichen Kichen aufeinanderprallen. Die Machtkämpfe um die christliche Vorherrschaft in der Grabeskirche spiegeln sich in den Geräuschen wider.
 
Was ich aktuell in Israel spannend finde sind die neuen und großen sozialen Proteste. Da entsteht etwas Neues, vielleicht auch ein Überdenken über das Verhältnis zum Staat Israel. Aus der Ferne kann ich allerdings zu wenig darüber sagen und dafür habe ich es zu wenig verfolgt.
 
Israel ein spannendes Land und ein tieferes Eintauchen lohnt sich aus unterschiedlichen Gründen.

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